Die Glocken läuten jetzt auf Knopfdruck

Bild: Karl-Heinz Hofmann

Ebneth/Burkersdorf - "Glocken machen glücklich", ruft Pfarrer Reinhold König am Pfingstmontag den evangelischen Christen in der kleinen Schlosskapelle in Ebneth zu. Dieser Pfingstmontag war ein ganz außergewöhnlicher und erfreulicher Tag in der langen Historie der Kirchengemeinde Ebneth. In der kleinen Schlosskapelle wurde eine hochmoderne, funkgesteuerte Elektrobedienung für das Glockenläuten eingeweiht und in Betrieb genommen.

"Heute wird das neue elektronische Läutwerk eingeweiht und unsere Glocken sollen nun noch schöner klingen", sagte ein froh gelaunter Pfarrer. Per Knopfdruck kann man nun auch von zu Hause aus die Glocken läuten lassen. Vorbei ist die Zeit, wo man sie per Seil in Schwung bringen musste, damit sie läuteten. Zu diesem feierlichen Anlass konnte Pfarrer König neben weiteren Ehrengästen die Besitzer der Kapelle, Isabelle Callens (geborene von Seckendorff) und Filips J. Callens von der Stiftung Callens von Seckendorff Guts- und Forstverwaltung Stiftung & Co. KG Ebneth-Trautskirchen, zur Feier des Tages in dem Gotteshaus begrüßen.Bild: Karl-Heinz HofmannBildDie Feierstunde wurde vom Posaunenchor unter Leitung von Sebastian Krügel und von der Organistin Claudia Weid an der aus dem Jahr 1794 stammenden Hofmann-Orgel umrahmt. Bevor das Geläut von Heinz Martin per Funk in Klang gesetzt wurde, gaben Pfarrer König und der Besitzer der Kapelle, Filips J. Callens, einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung dieser modernen Elektro-Antriebe für den Ruf zum Gebet ins Gotteshaus.
"Die Glocken von Ebneth verbinden Himmel und Erde. Ihr Klang breitet sich aus, ist weithin zu hören - bei gutem Wetter reichen die Schallwellen kilometerweit. Der Glockenklang gilt für jeden, er kommt von Gott, über das Ohr dringt er ins Herz eines jeden Christen. Wer die Glocken hört und nicht in der Kirche ist, kann mit beten und sich mit Gott und den Menschen in der Kirche verbinden." Soweit die Gedanken von Pfarrer König in seiner Predigt.
Der Kapellenbesitzer Filips J. Callens informierte, dass man drei Jahre Geduld brauchte bis die elektronische Steuerung installiert war. Er erinnerte daran, dass vorher die Glocken von den Töchtern der Familie Martin mehrere Male am Tag, zum Läuten gebracht wurden. Weil sie nun aus beruflichen Gründen nicht mehr in Ebneth sind, musste sich die Gemeinde etwas einfallen lassen.
Unterstützt von der Kirchengemeinde Burkersdorf kümmerte sich vor allem Kirchenvorsteher Volker Wündisch um den automatischen Antrieb für die Glocken. Dafür brauchte es Stromanschlüsse und der Turm musste stabilisiert werden. Und nun stehe man vor automatisierten Glockenrealität und die ganze Gemeinde freue sich über das Resultat und die Glocken, so Callens.
Die Gesamtkosten von 12 500 Euro wurden hauptsächlich von der Kirchengemeinde Burkersdorf finanziert. Die kleine Glocke war im Jahr 1734 ein Geschenk von Freiherr von Seckendorff an die Schlosskapelle. Am Ende des 2. Weltkrieges kam die Glocke unversehrt von Hamburg, wo sie eigentlich eingeschmolzen werden sollte, wieder nach Ebneth. Die große Glocke wurde 1785 angeschafft. Sie wurde im 1. Weltkrieg 1917 eingeschmolzen. Seit 1956 läutet wieder eine große Glocke, die am 23. September 1956 von Pfarrer Wild eingeweiht worden war.
Text und Bilder: Karl-Heinz Hofmann


Bis vor kurzen haben noch die drei Töchter Katrin, Bianca und Tanja von der Ebnether Familie Udo Martin mit großer Gewissenhaftigkeit und ehrenamtlichem Engagement die Glocken läuten lassen, indem sie an den Seilen zogen. Wenn die neue Elektro- Anlage einmal ausfällt, kann man das auch ganz einfach wieder machen. Man kann sie aber auch über Funk von zu Hause aus bedienen. So kehrt der technische Fortschritt in dieses historisch sehr wertvolle Gotteshaus ein.