Micha Haupt ist neuer Dekanatskantor

Micha Haupt bei seiner EinführungFoto: Heike Schülein

Warmherzig wurde am Sonntag, 6. November 2022, der neue Dekanatskantor Micha Haupt in einem Gottesdienst in der Christuskirche Kronach in seinen Dienst eingeführt. Die Vorfreude im Dekanat Kronach-Ludwigsstadt ist groß.
Kronach- Kirchenmusik spielt in der ev.-luth. Kirche eine besondere Rolle. Die hohe Bedeutung des kirchenmusikalischen Dienstes verdeutlicht in der Kirchengemeinde Kronach bzw. im Dekanat Kronach-Ludwigsstadt die Begleitung dieses Arbeitsfelds durch einen hauptamtlichen Kirchenmusiker. Nach dem Eintritt von Marius Popp in den Ruhestand, ist nunmehr die Freude groß, mit Micha Haupt ab dem 1. November einen qualifizierten Nachfolger gefunden zu haben. „Was wäre die Kirche ohne die Vielfalt der Musik?“, fragte Wolfgang Böhm vom Landeskirchenrat der ev.-luth. Kirche in Bayern. Dies habe man besonders in den letzten Corona-Jahren deutlich gemerkt, als das gemeinsame Musizieren schmerzlich vermisst worden sei. „Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über“ – Auch dieses Bibelzitat verdeutliche, so der Kirchenrat in seiner eindrücklichen Predigt, die Bedeutung des Singens und der Musik, die ein Gefühl von Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit und oftmals auch Gänsehaut-Momente erzeugten. Singen gehe über das Reden hinaus. Wenn wir in der Kirche sängen und musizierten, teilten wir die Freude über Gottes guter Botschaft und trügen sie klingend in die Welt hinaus. Auch daher sei die Einführung von Micha Haupt als neuer Dekanatskantor ein großer Grund zur Freude sowie Dankbarkeit.
Dem Kirchenrat oblag auch - gemeinsam mit Dekanin Dr. Ulrike Schorn - dessen Amtseinführung durch Gebet und Handauflegung. Im Anschluss an die Einführung geleiteten ihn die Vertrauensfrau Susanne Bächer vom Kronacher Kirchenvorstand und Andrea Ehrhardt vom Dekanatsausschuss des Dekanatsbezirks Kronach-Ludwigsstadt hinauf zur romantischen Steinmeyer-Orgel. Gemeinsam mit dem Posaunenchor ließ Micha Haupt sogleich fulminante Klänge durch das Kirchenschiff schweben.

Micha Haupt an der Orgel in der Christuskirche KronachDer neue Dekanatskantor Micha Haupt an seinem neuen „Lieblingsplatz“,
die Orgelbank der romantischen Steinmeyer-Orgel der Christuskirche Kronach.
                                                                                                               Foto: Heike Schülein

Dekan Dr. Markus Müller hatte eingangs den vielfältigen Dienstbereich des neuen Dekanatskantors veranschaulicht sowie einen Einblick in dessen beruflichen Werdegang gegeben. Seine Aufgabe besteht vor allem in der Gestaltung der Kirchenmusik innerhalb der Kirchgemeinde und im Dekanat - in den Gottesdiensten am Sonntag genauso wie in Gruppen, Chören und musikalischen Begegnungen der Kirchengemeinde im Alltag. Micha Haupt war vom Wahlgremium zum Dekanatskantor gewählt worden, wobei sein Dienstanteil für die Kirchengemeinde Kronach 50 % sowie für den Dekanatsbezirk zunächst 25 % beträgt.
Über seine Einführung freute sich auch Reihe von Festrednern, die ihn mit warmen Worten sowie kleinen Aufmerksamkeiten bedachten. Seitens der Politik gratulierten Kronach 1. Bürgermeisterin Angela Hofmann sowie Landrat Klaus Löffler. Beide zeigten sich beeindruckt vom großen Erfahrungsschatz, den dieser mitbringe. Die Menschen in Kronach seien - verinnerlichte die Bürgermeisterin - heimatverbunden, aber zugleich auch offen für Neues. Der Landrat „bescheinigte“ ihm, mit Kronach - als einen der schönsten Landkreise in ganz Deutschland - eine gute Wahl getroffen zu haben. Er freute sich ebenso auf eine gute Zusammenarbeit wie Haupts Amtskollege aus dem Norden, Dekanatskantor Sigurd Knopp, in seinem schriftlichen Grußwort. Auch Andrea Erhardt und Susanne Bächer versicherten ihre vollste Unterstützung. Beide zeigten sich gespannt auf neue Akzente und Impulse sowie den frischen Wind, den der Kirchenmusiker mitbringe.
Der 30-Jährige zeigte sich sichtlich gerührt über den herzlichen Empfang. Er freut sich sehr auf seine erste eigene Kirchenmusiker-Stelle und darauf, in Kronach viele Menschen kennenzulernen und gemeinsam mit ihnen auf unterschiedliche Art und Weise Musik zu Ehren Gottes zu machen. „Es hat mich schon immer fasziniert und bewegt mich jeden Tag neu, welchen Sinn Sprache, Kunst und Musik in sich tragen können oder wollen. Denn Kunst für sich ist kein Selbstzweck; auch die besten Ideen sind nur mit einer klaren Zielrichtung zu gebrauchen. Diese liegt außerhalb der Kunst“, so Micha Haupt. Über Jahrhunderte hinweg bis heute schenke uns die Kirchenmusik ein breites Spektrum an persönlichen Möglichkeiten, auf das Wunder der Schöpfung zu reagieren: Freude und Dank für das Geschenk von Gottes Wort seien ebenso Teil der Kirchenmusik wie das Bedürfnis, Bitten und Fragen bei dem auszubreiten, der sie zutiefst verstehe und mittrage.
Micha Haupt - Ältester von sieben Geschwistern - stammt aus einer musikalischen Familie. Viele Angehörige waren auch bei der Einführung anwesend bzw. involviert. So assistierten die Eltern von Micha Haupt, Andrea und Harald Haupt, ebenso bei seiner Einführung wie sein Bruder Esra. Eine wichtige Aufgabe kam auch seinem Bruder David zu, der beim feierlichen Ein- und Auszug stolz das Kreuz trug. Im Anschluss an den fröhlichen Gottesdienst, zu dem Pfarrer Achim Gerber eingangs die vielen Kirchenbesucher begrüßt hatte, fand im ev. Gemeindehaus ein Empfang statt. Dabei bestand auch die Möglichkeit des persönlichen Kennenlernens. hs
Micha Haupt: wurde 1992 in München geboren. Bereits als Erstklässler erhielt er ersten Klavierunterricht. 2004 wurde er jüngster Sieger beim Bundeswettbewerb für Komposition von Jeunesses Musicales. Mit 14 legte er erfolgreich die Aufnahmeprüfung Komposition an der Musikhochschule München ab und wurde Jungstudent. Später studierte er zusätzlich Orgel. Er gewann mehrere Preise bis hin zum Bundeswettbewerb bei „Jugend musiziert“ im Fach Orgel. Im Sommer 2016 schloss er sein Bachelor-Studium der ev. Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater München ab. Ab Oktober 2016 studierte er im Masterstudiengang mit Schwerpunkt Kirchenmusikalische Komposition. Nach Jungstudium und neun Jahren Vollstudium Kirchenmusik sowie Historische Aufführungspraxis steht er nunmehr seit drei Jahren in Beruf: Dem Praxisjahr in Ingolstadt folgten zwei Jahre als Dekanatskantor in Elternzeitvertretung in Feuchtwangen.

Heike Schülein, Neue Presse