Hoher Besuch zu den Jubiläen

Zum 550. Jubiläumsjahr der Geburt von Lucas Cranach war Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm in Kronach und Lauenstein zu Gast.

In der Fränkischen Galerie eröffnete er die kleine Kabinettsausstellung zum September-Testament, der Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen, das erstmals im September 1522 erschien. Lucas Cranach d. Ä. sicherte gemeinsam mit dem auch als Verleger tätigen Goldschmied Christian Döring die Finanzierung des Buchprojekts. Die Illustration des Septembertestaments erledigte die Cranach-Werkstatt. Es sind große Holzschnittinitialen zu den vier Evangelien, der Apostelgeschichte sowie den Apostelbriefen. Nur die Offenbarung des Johannes (Apokalypse) ist mit 21 ganzseitigen Holzschnitten bebildert, wobei sich die Gestaltung von 13 dieser Blätter an Albrecht Dürers orientierte. 

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm eröffnet die Ausstellung zum September-Testament in Kronach

Der Landesbischof bei der Ausstellungseröffnung

Bedford-Strohm, selbst ein Cranach-Nachfahre in der 13. Generation, trug sich dabei in Anwesenheit von Angela Hofmann, Erste Bürgermeisterin, auch in das Goldene Buch der Stadt Kronach ein.

Das 800-jährige Ortsjubiläum von Lauenstein war auch Anlass für eine Stippvisite in Lauenstein. „Als Bürgermeister einer Stadt mit einer solchen Confiserie haben Sie einen wahren Traumjob“, scherzte der Landesbischof als er mit Timo Ehrhardt in der Fischbachsmühle zusammenkam. Dieser bracht auch das Gästebuch der Gemeinde Lauenstein mit, wo sich zuletzt als Landesbischof Herrmann Dietzfelbinger (1955–75) im Jahre 1967 eintrug. Erwähnenswert ist, dass Friedrich von Thüna aus Lauenstein Martin Luther auf den Reichstag nach Worms (1522) begleitete und ihn dann auch zusammen mit anderen die sichernde Unterbringung auf der Wartburg ermöglichte, wo Luther das September-Testament schuf.

Deshalb rief das Dekanat Kronach-Ludwigsstadt eine außergewöhnliche Aktion ins Leben: Jeder der 23 Kirchengemeinden, von Burkersdorf bis Lauenstein, schreibt ein biblisches Buch des Neuen Testaments ab. Seit Pfingsten liegen in den jeweiligen Kirchen jeweils eine Bibel-Vorlage, Papier und Stifte bereit. Der Text kann von allen Besuchern der Kirche nacheinander handschriftlich abgeschrieben werden. Wenn alle Texte zusammengekommen sind, werden die handschriftlichen Blätter zu einem Buch gebunden: Dem Dekanats-Testament.

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm beteiligt sich am Dekanats-Testament

Mit großer Freude beteiligte sich der Landesbischof an diesem dekanatsweiten Projekt.