Dank für achteinhalb Jahre segensreiches Wirken

Im Rahmen eines Fest-Gottesdienstes wurde am Sonntag Pfarrer Christoph Teille verabschiedet. Rund achteinhalb Jahre wirkte der Seelsorger in den evang.-luth. Kirchengemeinden Weißenbrunn und Hummendorf. Dort lässt man ihn nur ungern ziehen.

"Es ist fast so, als ob die ehrwürdige Trinitatis-Kirche ihr Recht einfordert“, meinte Dekan Dr. Markus Müller, nachdem der für Pfingsten geplante Abschieds-Gottesdienst nunmehr eine Woche später, am Trinitatis-Sonntag, in der Weißenbrunner Pfarrkirche stattfand. Der scheidende Pfarrer Christoph Teille stellte in seiner Predigt dann auch das Wunder der Ausgießung des Heiligen Geistes in den Vordergrund.

Gruppenbild zum Abschied von Pfarrer Christoph Teille (Mitte) mit Ehefrau Annette Teille und Sohn Simon

 

„Danke für achteinhalb gesegnete Jahre“, zeigte sich der Pfarrer dankbar. Noch gut erinnere er sich an seine Einführung am 11. November 2012. Pfarrer Friedrich Seegenschmiedt habe gemeint, dass den Kirchengemeinden großes Heil widerfahre; die damalige Dekanin Dorothea Richter von einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk gesprochen. „Ich hoffe, dass ich einiges erfüllen konnte. Allen Erwartungen kann man nie gerecht werden und man kann auch nicht an zwei Orten gleichzeitig sein“, räumte er ein. Er selbst glaube, angesichts der vielen Baumaßnahmen, insbesondere als „Baumeister“ in Erinnerung zu bleiben.  

„Pfingsten ist ein Fest der Zuversicht und Freude“, bekundete er - verbunden mit dem Wunsch, mehr Menschen mögen das Pfingstwunder im Herzen tragen. Ein Wunder sei auch die Geburt seines Sohnes Simon, der am 17. Mai seinen ersten Geburtstag feiern durfte. Er krabbele blitzschnell im Pfarrhaus herum, öffne alle Schränke und räume sie aus - am liebsten den Kühlschrank. Er dankte allen, die ihn in seiner Zeit im Frankenwald unterstützten. Er gehe mit vielen Erinnerungen an schöne Begegnungen und gerade auch Kirchweih-Feste. „Der Pfarrer wechselt die Stelle; die Gegenwart Christi bleibt“, resümierte Christoph Teille.

Die kirchlich vorgesehene Entpflichtung vom Amt in Weißenbrunn und Hummendorf nahm Dekan Dr. Markus Müller vor, der den scheidenden Pfarrer sowie dessen Ehefrau, Jugenddiakonin Annette Teile, und ihren Sohn Simon segnete. Er dankte dem Seelsorger für seinen in den Kirchengemeinden voller Treue und Liebe geleisteten Dienst. „Pfarrer kommen und gehen“, meinte der Dekan. Dennoch bedeute ein solcher Wechsel für die Menschen vor Ort eine Veränderung; für die Kirchenvorstände eine Herausforderung. Bewegend sei so ein Augenblick aber sicherlich auch für den Pfarrer und seine Familie, die praktisch schon auf dem Sprung nach Alfershausen-Heideck seien. Der gebürtige Hannoveraner habe in seinem Leben schon weite Wege zurückgelegt; sei er doch in den USA ordiniert worden und  habe dort lange gewirkt, bevor er 2012 ins Bierdorf gekommen sei. Hier habe er viele auch leitende Funktionen ausgeübt - im Diakonieverein, Dekanatsausschuss, evangelischen Bildungswerk und als Missionsbeauftragter im Dekanatsbezirk. Er selbst gehe sicherlich insbesondere mit den Erinnerungen, hier den Bund der Ehe geschlossen zu haben und an die Taufe seines Sohnes.

„Ihr werdet fehlen“, seufzte die Vertrauenspfarrerin des Pfarrkapitels, Alina Ellgring. Gleichwohl verstehe man die Beweggründe, lasse sich doch die neue Pfarrstelle in Mittelfranken besser mit der familiären Situation - Annette Teille stammt aus dem Nachbarlandkreis Nürnberger Land - vereinbaren. Mit zwei Koffern aus Amerika gekommen, gehe er nun mit einer Familie. „Gelohnt“ habe es sich aber auch für die Kirchenglieder, die durch sein Wirken reich beschenkt worden seien. Sie überreichte ihm einen Rucksack mit schönen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, darunter auch eine Dose Schnee.  

„Kirchengemeinde und politische Gemeinde gehören zusammen“, bekundete Bürgermeister Jörg Neubauer auch namens seines Vorgängers Egon Herrmann. Beides eine die Arbeit mit und für die Bürger. Viele Anlässe habe man gemeinsam begehen und auch die ein oder andere Kerwa feiern können. Hierzu sei er weiterhin herzlich eingeladen wie auch zur Einweihung des neuen Gemeindehauses. Dieses ziehe sich zwar hin wie der Berliner Flughafen; aber auch der sei letzen Endes fertig geworden. Als „Wegzehrung“ überreichte er ihm einen Präsentkorb mit regionalen Leckereien. Mit gemischten Gefühlen verabschiedeten die Vertrauensfrauen Carolin Zipfel-Kempf und Elke Kastner die Pfarrfamilie. So sehr man sich für sie freue, in die Nähe ihrer Familie ziehen zu dürfen, bedaure man den Weggang. „Wir dachten, Sie könnten bis zur Rente bleiben“, so die Beiden. Die Wege des Herrn seien jedoch unergründlich - und es sollte wohl alles so sein. Als Geschenk bedachten sie ihm mit einem Buchportrait über Dietrich Bonhoeffer und ein Bronzekreuz mit dessen berühmtesten Zitat. Das Dekan-Ehepaar Dr. Markus Müller und Dr. Ulrike Schorn verabschiedete die Familie mit Lauensteiner Pralinen und Blumensamen, der an der neuen Wirkungsstätte aufgehen möge. Die Glückwünsche der katholischen Kirche übermittelte Pfarrer Thomas Teuchgräber.

Dekan Dr. Markus Müller entpflichtete Pfarrer Christoph Teille und segnete ihn sowie dessen Ehefrau Annette und Sohn Simon.

 

•	Pfarrer Christoph Teille feierte seinen Abschieds-Gottesdienst.

Text und Bilder: Heike Schülein